Ziel und Zweck des Verfahrens:
Entwicklung von Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Transformationsmoduls der Leuphana Universität Lüneburg
Überblick über das Verfahren:
Standardisierte Lehrevaluationen und Qualitätszirkel liefern wichtige Rückmeldungen, stoßen aber an bekannte Grenzen: Beteiligungsquoten schwanken, Selbstselektionseffekte verzerren das Bild, und ein echter Austausch zwischen Studentinnen und Studenten über ihre Erfahrungen mit einem Lehrmodul findet kaum statt. Ebenso erreicht das Feedback der Studentinnen und Studenten die Modulverantwortlichen häufig unsystematisch oder gar nicht.
Als verpflichtender Bestandteil für alle Erstsemesterstudentinnen und -studenten erreicht das Transformationsmodul der Leuphana-Universität jährlich rund 1.400 Studentinnen und Studenten, was eine systematische Einbeziehung studentischer Perspektiven besonders wichtig macht. Da klassische Lehrevaluationen dabei an ihre Grenzen stoßen, entstand die Idee, das bewährte Prinzip von Bürgerräten auf die Universität zu übertragen. Ziel war es, Studentinnen und Studenten nicht als Befragte, sondern als aktiv Beteiligte in die Qualitätsentwicklung des Moduls einzubeziehen, die gemeinsam konkrete Empfehlungen erarbeiten.
Transformationsmodul
Das Transformationsmodul beschäftigt sich im Kontext einer nachhaltigen Entwicklung mit grundlegenden Fragen gesellschaftlicher Veränderungsprozesse und verantwortlichen Handelns im 21. Jahrhundert. Durch eine kritische Betrachtung sowohl historischer Entwicklungen als auch heutiger gesellschaftlicher Verhältnisse erörtern die Studierenden Fragen nach den Bedingungen gesellschaftlichen Zusammenlebens und erforschen Lösungsansätze für die Gestaltung heutiger und zukünftiger Gesellschaften.
In inter- und transdisziplinären Forschungsprojekten analysieren sie hierzu eigenständig Fragestellungen zu Transformationsherausforderungen und stellen die Ergebnisse im Rahmen der abschließenden Konferenzwoche vor.
Neuer Weg erprobt
Mit der Einführung des neu strukturierten Transformationsmoduls im Leuphana Semester zum Wintersemester 2025/26 wurde deshalb in neuer Weg erprobt, um Studierendenfeedback in die Weiterentwicklung der Lehre einzubeziehen: der Studierendenrat.
Der Studierendenrat für das Transformationsmodul sollte etwas anderes sein: kein Instrument zur Abfrage von Einzelmeinungen, sondern ein Raum, in dem Studierende unterschiedlicher Studienprogramme und Semester ihre Perspektiven einbringen, gemeinsam diskutieren und zu geteilten Empfehlungen verdichten, um das Modul konstruktiv weiterzuentwickeln.
Befassung mit Tranformationsmodul
Für das Pilotprojekt des Studierendenrats haben sich ausgewählte Studentinnen und Studenten über das Wintersemester 2025/26 und das Sommersemester 2026 hinweg intensiv mit dem Transformationsmodul befasst – mit seiner inhaltlichen Ausrichtung, seiner Struktur sowie den verschiedenen Lehr- und Prüfungsformaten. Professionell moderiert und wissenschaftlich begleitet wurden 19 Empfehlungen erarbeitet. Thematisch ging es dabei um die Themen
- Strukturierte und transparente Konferenzwoche
- Internationals
- Transparente Modulstruktur
- Vorlesungsteilnahme fördern
- Entkoppelung von Seminar und Übung und Majorbezug
- Weiterentwicklung der Gruppenarbeit
- Prüfungsleistungen
- Unterstützungsangebote für Studentinnen und Studenten im T-Modul
- Filter & Börse
- Inhaltsvermittlung und Kompetenzen
- Interdisziplinarität beibehalten und kommunizieren
Das Studierendengutachten mit seinen Empfehlungen wurde am 1. Juli 2026 an Modulkoordination und Vertreterinnen und Vertreter des Präsidiums der Leuphana Universität übergeben. Die Empfehlungen der Studierenden werden nun geprüft. Zu Beginn des Wintersemesters 2026/27 wird in der ersten Veranstaltung des Moduls dargelegt, was aus ihnen wird.
Zusammensetzung des Studierendenrats
Am Studierendenrat nahmen 23 Studentinnen und Studenten teil. Um ein möglichst repräsentatives Bild der Studierendenschaft zu erzeugen, wurden die Plätze anteilig verteilt: Fakultäten mit mehr Studierenden erhielten mehr Plätze im Studierendenrat als Fakultäten mit weniger Studierenden. Zusätzlich wurden Semester und Geschlecht berücksichtigt, sodass der Studierendenrat die Leuphana-Studierendenschaft möglichst gut im Kleinen abbildet.
Verbindung zu anderen Beteiligungsprozessen:
keine Angabe
Besonderheiten des Verfahrens und sonstige Anmerkungen:
keine Angabe