Ziel und Zweck des Verfahrens:
Auseinandersetzung mit den Ergebnissen der Studie des Projekts "KALEIDOSKOP – Gleichwertige Lebensverhältnisse? Wir machen die Vielfalt sichtbar"
Überblick über das Verfahren:
Die Gemeinde Roigheim steht vor der Herausforderung, mit einem engen finanziellen Handlungsspielraum zentrale Zukunftsaufgaben zu bewältigen. Zu den anstehenden Maßnahmen gehören unter anderem die Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses, die Ersatzbeschaffung eines Löschfahrzeugs, die Erweiterung und Sanierung des Kindergartens einschließlich Krippe, die Priorisierung von Straßen- und Kanalsanierungen sowie die mögliche Realisierung eines Mehrgenerationenspielplatzes.
Parallel dazu steht ein Bürgerbudget in Höhe von 5.000 Euro für das Jahr 2026 zur Verfügung, dessen Verwendung im Rahmen eines dialogorientierten Beteiligungsformats gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern entschieden werden soll.
Mit dem Amtsantritt der im September 2025 gewählten Bürgermeisterin Sandra Schöll möchte die Gemeinde neue Wege der Bürgerbeteiligung gehen. Ziel ist es, die Bürgerschaft transparent über die finanziellen Rahmenbedingungen zu informieren, gemeinsam Prioritäten für künftige Investitionen zu entwickeln und dabei insbesondere Menschen zu aktivieren, die bisher wenig am kommunalen Leben teilgenommen haben.
Obwohl das Interesse an neuen Angeboten und Mitwirkung im Ort vorhanden ist, wird das Engagement vor allem von einer kleinen aktiven Gruppe getragen. Die Bürgerbeteiligung soll zu einer nachhaltigen und breiten Bürgeraktivierung beitragen und, niedrigschwellige Teilhabe und generationenübergreifendes Engagement bewirken.
Ablauf der Beteiligung
Auftakt beim Lindenfest
Beim Lindenfest am 12. Juli 2026 startete die Dialogische Bürgerbeteiligung offiziell. Gleichzeitig wurden die ersten Ergebnisse des Projekts „Kaleidoskop“ vorgestellt und erste Ideen für die zukünftige Entwicklung Roigheims gesammelt.
Ab diesem Tag begann auch die Online-Beteiligung. Alle Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, ihre Hinweise, Ideen und Anregungen zu den verschiedenen Entwicklungsthemen sowie zum Bürgerbudget online einzubringen.
Vertiefungsworkshop
Im Vertiefungsworkshop "Lebensverhältnisse in Roigheim" am 14. Juli 2026 haben sich zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Gemeinderat, Verwaltung und weiteren Akteurinnen und Akteuren mit den Ergebnissen der Kaleidoskop-Studie auseinandergesetzt.
Gemeinsam wurden die wichtigsten Herausforderungen, Chancen und Prioritäten für die zukünftige Entwicklung Roigheims diskutiert. Die Ergebnisse fließen in die weitere Bürgerbeteiligung ein.
Der Vertiefungsworkshop ist Teil des Projekts "KALEIDOSKOP – Gleichwertige Lebensverhältnisse? Wir machen die Vielfalt sichtbar". Auf diesem Projekt baut das dialogische Beteiligungsverfahren auf. Kaleidoskop ist ein Modellprojekt des Gemeindenetzwerk
Bürgerschaftliches Engagement beim Institut für angewandte Sozialwissenschaften für das Ministerium für Ernährung, Ländlicher Raum und Verbraucherschutz im Jahr 2025/26, das mit der Besprechung der Ergebnisse durch zufällig geloste Einwohnerinnen und Einwohner endet.
Eine Online Umfrage vor Ort geht folgenden Fragen nach:
- Wie schätzen die Einwohnerinnen und Einwohner tatsächlich die Lebensverhältnisse in ihrer Gemeinde ein?
- Wie zufrieden sind sie mit einzelnen Themenfelder wie z.B. Mobilität, Öffentlicher Raum, Versorgung, Arbeit, Wohnen, soziales Miteinander, Klima & Umwelt?
- Gibt es eine Diskrepanz zwischen der Wahrnehmung der Politik und der Bevölkerung, aber auch Wahrnehmungsdiskrepanzen innerhalb der Bevölkerung?
- Zeigen sich in der lokalen Gesellschaft Tendenzen der Spaltung und Radikalisierung in Richtung auf die Ränder des politischen Spektrums?
Online-Beteiligung
Während der Online-Beteiligung vom 12. Juli bis 9. September 2026 können alle Bürgerinnen und Bürger ihre Ideen, Hinweise und Ergänzungen einbringen.
Grundlage bildet eine Themenlandkarte, auf der die wichtigsten Handlungsfelder der Gemeinde dargestellt sind – von Mobilität über Bildung und Nahversorgung bis hin zu Freiraum, Klima und Gemeindeentwicklung. Die Beiträge werden gesammelt, ausgewertet und in die weiteren Dialogveranstaltungen eingebunden.
Bürgerwerkstatt
In der Bürgerwerkstatt im September 2026 stehen der Gemeindehaushalt und das Bürgerbudget im Mittelpunkt.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutieren gemeinsam finanzielle Prioritäten, entwickeln konkrete Projektideen für das Bürgerbudget weiter und erarbeiten Empfehlungen für den Gemeinderat. Ziel ist es, tragfähige Vorschläge zu entwickeln, die sowohl den Bedürfnissen der Bürgerschaft als auch den finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde gerecht werden.
Abstimmung bei der Vereinskärwe
Den Abschluss des Beteiligungsprozesses bildet die Vereinskärwe am 25. Oktober 2026. Dort werden die Ergebnisse des Beteiligungsprozesses vorgestellt. Alle Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit, über die vom Gemeinderat zugelassenen Projekte für das Bürgerbudget abzustimmen. Die Empfehlungen aus dem Beteiligungsprozess fließen anschließend in die Haushaltsberatungen des Gemeinderats ein.
Verbindung zu anderen Beteiligungsprozessen:
- Online-Beteiligung
- Bürgerwerkstatt
- Abstimmung bei Vereinskärwe
Besonderheiten des Verfahrens und sonstige Anmerkungen:
keine Angabe