Direkte Demokratie - Wegner wirbt in Berlin für Volksbefragung "von oben"

Di 04.11.25 | 17:54 Uhr
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Kai Wegner (CDU), Regierender Bürgermeister von Berlin (Quelle: dpa/Jürgen Heinrich)
dpa/Jürgen Heinrich
Audio: Fritz | 05.11.2025 | Jasper Tiedemann | Bild: dpa/Jürgen Heinrich

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner will möglichst rasch gesetzliche Grundlagen für eine Volksbefragung "von oben" schaffen. "Leider Gottes" sei es dem Berliner Senat bisher nicht möglich, eine solche Volksbefragung durchzuführen, sagte der CDU-Politiker am Rande einer gemeinsamen Sitzung des Senats und der Brandenburger Landesregierung in Potsdam. "Das müssen wir angehen, dass solche Befragungen auch seitens der Landesregierung stattfinden können."

In der schwarz-roten Koalition sei man dazu im Gespräch. Da für eine entsprechende Verfassungsänderung eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Landesparlament nötig wäre, hofft Wegner auch auf Unterstützung von Grünen und Linken. Auch die Politik sollte die Bürger fragen dürfen "Was haltet ihr von diesen Entscheidungen", so Wegner. "Ich finde, Bürgerbeteiligung von beiden Richtungen sehr, sehr wichtig."

Koalition will Bevölkerung erneut über Tempelhofer Feld abstimmen lassen

Hintergrund der Überlegungen ist die laufende Debatte um eine Randbebauung des Tempelhofer Felds. 2014 hatte ein Volksentscheid ergeben, dass der ehemalige Flughafen in Tempelhof nicht bebaut werden darf. CDU und SPD würden jedoch wegen des Wohnraummangels dort gern neue Wohnungen schaffen, wie Wegner auch in Potsdam zum wiederholten Male betonte.

Die Koalition könnte dazu theoretisch einfach das Tempelhofer-Feld-Gesetz ändern. Wegen des Ergebnisses des Volksentscheids 2014 will sie aber die Bevölkerung erneut abstimmen lassen. Auf Basis der aktuellen Rechtslage wäre das schwierig. Denn Volksbegehren und Volksentscheide können derzeit nur aus der Stadtgesellschaft heraus angestoßen werden.

Sendung: Fritz, 05.11.2025, 00:30 Uhr

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45 Kommentare

  1. 44.

    Ach so einfach ist das? Dann können wir ja den 2+4-Vertrag einseitig kündigen und uns Ostpreussen wiederholen!

    Jawoll!

  2. 43.

    Schon mal aufs Thema geschaut? Außerdem gab es keinen Nichtangriffsvertrag Russland -Ukraine , aber einen Beistandsvertrag zwischen den VR Donezk und Lugansk mit Russland, nachdem die Westukraine einen Bürgerkrieg mit gut 13000 Toten gegen die Ostukraine (getarnt als "Antiterroraktion") angezettelt hatte. Stichwort Minsker Abkommen.

  3. 42.

    Natürlich ändern sich Zeiten, Ansichten, Bedingungen. Es heißt aber "Volksentscheid", was nach meinem Verständnis bedeutet, dass der Souverän dann auch eine Änderung herbeiführen muss. Hier aber ist es ja so, dass ein bestehender Volksentscheid den Regierenden nicht mehr in den Kram passt. Also versucht man von "oben" einen neuen Entscheid quasi anzuordnen,darauf hoffend, dass sich die Meinung geändert haben könnte. Damit wird praktisch der erste Entscheid untergraben. Ich würde in diesem Fall an keinem Volksentscheid teilnehmen, müsste ich ja damit rechnen, dass nach der nächsten Wahl wieder von oben nachgefragt wird.

  4. 41.

    Eine Notbremse, die vom Verursacher ausgelöst wird, habe ich sicher nicht gemeint. Mir schwebt ein Mechanismus vor, mit dem die Bevölkerung den Regierenden zu jeder Zeit das Vertrauen entziehen kann und damit für Neuwahlen sorgen kann oder wenn es nur einzelne Akteure betrifft, für deren Austausch.

  5. 40.

    Seit 1994 hatte sich aber die politische Situation in der Ukraine grundlegend geändert. Damit will ich nicht den Angriff gutheißen, aber der "Wertewesten" sollte das Angebot wenigstens besprechen und/oder in Betracht ziehen. Blöd nur, dass dann auf einmal da Argument für Aurüstung und Zwangsmusterung wegfallen würde. Aus diesem Grund wird das, wie schon in der BPK gesehen, nicht erfolgen und wir schicken irgendwann unsere Söhne, Ehemänner und Väter in den Krieg, der täglich 1.000 Tote/Verwundete bedeutet!

    "Im Fall eines Krieges müssten geschätzt 1000 getötete oder verwundete Soldaten pro Tag ersetzt werden." (Spiegel)

  6. 39.

    Die Notbremse hat bei der SPD schon Kevin Kühnert ausgelöst, allerdings ohne nennenswerten Effekt. Es geht wie bei den anderen Polit- Bremsern, wie Wegener weiter bergab. Sie unterliegen aber weiterhin dem Irrglauben, das es steil bergauf geht.

  7. 38.

    Nur wenn diese von der AfD initiiert werden, sind sie Teufelswerk und zu verdammen ! Genau wie alle anderen guten Ideen und Vorschläge dieser gesicherten Extremisten auch. Deshalb steigt diese Partei ja auch immer mehr in der Gunst der Wählerschaft.

  8. 37.

    Verantwortlich für Obdachlosigkeit sind nicht die, die sich gegen eine Bebauung des Tempelhofer Feldes engagieren und auch nicht die, die in einer beheizten Wohnung leben. Die Realität besteht darin, dass in Berlin genügend Wohnraum existiert, dieser aber zu einem großen Teil skrupellosen Investoren gehört, die Wohngebäude als reine Kapitalanlagen sehen, die eine möglichst hohe Rendite abzuwerfen haben. Richten Sie Ihren moralisierenden Aufruf also an die Grundbesitzer, die aus der Not der Menschen Profit schlagen, nicht an diejenigen, welche letzte Freiflächen erhalten wollen.

  9. 36.

    Nichtangriffspakte ? Solche wie Russland mit der Ukraine schloss? Was Verträge mit Putins Russland wert sind erfährt die Ukraine seit über drei Jahren

  10. 33.

    Volksbefragungen sind immer eine gute Sache. Egal wer sie initiiert.

  11. 32.

    Ha, ha, so sieht also Wegners Volksbefragung von oben aus. Solange befragen bis es passt.

  12. 31.

    Ihre Belehrungen über mein angeblich mangelndes demokratisches Verständnis sind unangebracht. Bleiben Sie bitte bei der Sache. Der Staat hat bewusst darauf verzichtet, sich selbst an die Spitze zu stellen. Stattdessen hat er festgelegt, dass der Bürger einen Volksentscheid herbeiführen kann. Der Einfluss geht also vom Bürger aus – nicht vom Staat.

  13. 30.

    Berliner Baumentscheid und Tempelhofer Feld ließen sich gut miteinander verbinden.
    Aus dem Tempelhofer Feld hätte man schon längst beginnen können einen Tempelhofer Wald zu machen.
    Vorteil, herunter fallende Äste und Laub blieben konzentriert an einem Ort, müssten nicht kostenintensiv entsorgt oder gesichert werden.
    Die neue, grüne Lunge Berlins.

  14. 29.

    Als ob es dieser Pleitesenat je schaffen würde (und wollte), dass genug günstiger Wohnraum geschaffen wird. Eine Bebauung des Tempelhofer Feldes würde frühestens in 10 Jahren Wohnraum hervorbringen. Und die Kosten und Risiken sind so hoch, dass das nur mit privaten Investoren ginge und für die sind bezahlbare Wohnungen von der Rendite her uninteressant. Und wie wir in Tegel sehen, hat der Senat Null Plan wie solche Areale erschlossen werden können. #THFbleibt

  15. 28.

    @Detlef: Nichtangriffsvorschläge Russlands? Die NATO Kriegstreiber? Solch eine Täter-Opfer-Umkehr ist ja unfassbar. Herr P. soll einfach wieder nach Hause gehen und den Rest der Welt in Frieden leben lassen. Unerträglich solche Anbiederungen an den größten Brandstifter.

  16. 27.

    Herr Wegner redet ja wohl von einer Volksbefragung. Ich kann mir vorstellen, das dies durchaus etwas anderes ist als ein Volksbegehren bzw. -entscheid. Das Eine schließt das Andere nicht aus. Es wäre auch durchaus machbar, ein verfassungsrechtlich gesichertes "Rückwirkungsverbot" einzubauen, sodaß (ggf.) künftige Volksbefragungen des Senates keine Änderungen an bereits abgeschlossenen Verfahren durch Volksentscheide zur Folge haben dürfen. Somit wäre ein "Oben schlägt Unten" ausgeschlossen. Gleiches natürlich auch in die Richtung "Unten schlägt Oben". Ein richtiger Schritt zu mehr Demokratie vor dem man keine Angst haben braucht.

  17. 26.

    Glauben sie nicht, das sich Meinungen ändern können, weil sich, Gegebenheiten ändern, sich die Bevölkerungsstruktur ändert (einige Wähler gehen, neue erreichen das Wahlalter), etc?

    Ich würde sogar die Verfassung alle 25 Jahre, per Volksentscheid bestätigen lassen, und vor allem auch die Staatsziele, und andere Fragen, wie:

    Warum sind wir ein Land? Haben wir gemeinsame Ziele? Wie wollen wir miteinander umgehen? Ist es unser Wille, das 1% irgendwann alles besitzt? Hat die Natur einen Wert für uns? Ab wann wird aus Demokratie eine Simulation von Demokratie? Wem nützt das System? Welche Möglichkeiten/Ideen gibt es, Dinge anders zu gestalten? Sind die Menschen gegen Luxuswohnungen, oder brauen wir das nicht alle? Muss das Wahlsystem für immer Statisch sein, obwohl es längst Dynamisch sein könnte?

    - Solange es nicht wie beim ZENSUS läuft, bin ich dafür befragt zu werden!

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