Laichinger Stadtrat beschließt Dialogische Bürgerbeteiligung

Thema: Neugestaltung der Stadtmitte

Der Laichinger Stadtrat hat in seiner Sitzung am Montag, 23. Februar 2026, beschlossen, eine Dialogische Bürgerbeteiligung zur Neugestaltung der Stadtmitte durchzuführen. Der Gemeinderat hat die unabhängige „Servicestelle Dialogische Bürgerbeteiligung BW“ mit der Bürgerbeteiligung beauftragt. Als Anstalt des öffentlichen Rechts unterstützt die Servicestelle Städte und Gemeinden in ganz Baden-Württemberg bei Bürgerbeteiligungen.

„Wir wollen von Beginn an wissen, was die Laichinger zur neuen Stadtmitte bewegt. Die Dialogische Bürgerbeteiligung soll uns helfen, mögliche Konflikte frühzeitig zu erkennen. Wie auch die Bedürfnisse, die dahinter liegen. Und natürlich brauchen wir die kreativen Ideen der Bürgerinnen und Bürger. So können wir im Stadtrat die notwendigen Entscheidungen gut treffen,“ betont Bürgermeister Kaufmann.

Hintergrund: Neugestaltung der Stadtmitte
In Laichingen soll die Stadtmitte neugestaltet und modernisiert werden. Das Areal zwischen Marktplatz und ZOB, soll im Rahmen eines Sanierungsprogrammes neu entwickelt werden. Die Stadt möchte durch die Dialogische Bürgerbeteiligung bereits frühzeitig die Bedürfnisse und Ideen der Bevölkerung für das Areal kennen lernen. Die Empfehlungen aus der Dialogischen Bürgerbeteiligung fließen in die weiteren Planungen und Entscheidungen der Stadt ein. Im Mittelpunkt der Bürgerbeteiligung wird eine „Bürgerwerkstatt“ mit rund 30 zufällig ausgelosten Einwohnerinnen und Einwohnern stehen. Die Teilnehmenden hören unterschiedliche Sichtweisen und Informationen rund um das Thema an und erarbeiten gemeinsam Empfehlungen. Noch vor den Sommerferien stellt die Bürgerwerkstatt die Ergebnisse dem Stadtrat und der Öffentlichkeit vor.

Die Dialogische Bürgerbeteiligung umfasst folgende Schritte:


1. DIALOGISCHE THEMENSAMMLUNG

Hier kommen Vertreterinnen und Vertreter der Stadtpolitik, örtlicher Organisationen und der Zivilgesellschaft zusammen. Nach dem Motto: „Alles auf den Tisch“, sammeln sie gemeinsam alle wichtigen Aspekte zum Thema. Sie halten diese auf einer Themenlandkarte fest. Diese bildet die Grundlage für die weiteren Beteiligungsschritte. Die Veranstaltung findet nach den Osterferien statt.

2. ONLINE-BETEILIGUNG und MITMACH-TAFEL

Die Themenlandkarte wird nach der Dialogischen Themensammlung auf dem Beteiligungsportal Baden-Württemberg veröffentlicht. Hier können alle interessierten Bürgerinnen und Bürger die Themen einsehen und ergänzen. Die Online-Beteiligung findet nach der Dialogischen Themensammlung statt und ist für rund vier Wochen online. Zusätzlich wird auf dem Areal eine Info- und Mitmachtafel installiert. Passanten können dort Themen für die Bürgerbeteiligung und Ideen für die Platzgestaltung hinterlassen.

3. BÜRGERWERKSTATT

Rund 30 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger treffen sich an vier Terminen. Sie diskutieren über die Punkte auf der Themenlandkarte und tragen Ideen zur Zukunft der Laichinger Stadtmitte zusammen. Gemeinsam erarbeiten sie Empfehlungen. Professionelle Moderatoren sorgen für eine faire und strukturierte Zusammenarbeit der Teilnehmenden.

4. ÜBERGABEVERANSTALTUNG

Noch vor den Sommerferien werden die Ergebnisse vorliegen und öffentlich vorgestellt

Informationen zur Servicestelle Dialogische Bürgerbeteiligung
Die Servicestelle Dialogische Bürgerbeteiligung Baden-Württemberg AöR hilft Kommunen und anderen Behörden bei Dialogischer Bürgerbeteiligung. Sie konzipiert geeignete Beteiligungsformate, die zum jeweiligen Thema passen. Außerdem hält die Servicestelle eine Auswahl geeigneter Beteiligungsdienstleister vor. Diese können von Kommunen aus einem Rahmenvertrag abgerufen werden. Die Servicestelle ist inhaltlich neutral. Sie trägt die Verantwortung für die Bürgerbeteiligung und sichert deren Qualität. Die Servicestelle Dialogische Bürgerbeteiligung arbeitet entgeltfrei für Kommunen. Allerdings fallen Kosten für einen zu beauftragenden Beteiligungsdienstleister an. In Laichingen werden diese Kosten aus einem Fördertopf des Landes getragen. Dieser steht Kommunen bis 20.000 Einwohner zur Verfügung.

Informationen zur Zufallsauswahl
Die Servicestelle schreibt in den nächsten Wochen 1.400 zufällig geloste Laichingerinnen und Laichinger an. Sie dürfen an der Bürgerwerkstatt mitmachen. Es ist erforderlich, dass die Angeschriebenen sich bei Interesse zurückmelden. Unter allen Rückmeldungen verlost die Servicestelle in einem zweiten Schritt die 30 Plätze der Bürgerwerkstatt. Dabei berücksichtigt die Servicestelle vorher festgelegte Kriterien. Diese sind Alter, Geschlecht, Wohnort, Bildungsabschluss und Migrationshintergrund. Auf diese Weise entsteht eine sehr gemischte Gruppe.

Transparenz und Nachvollziehbarkeit
Alle Schritte der Bürgerbeteiligung in Laichingen werden auf der Website der Servicestelle dokumentiert. Die Servicestelle legt bei ihren Verfahren besonderen Wert auf transparente Abläufe und eine verständliche Kommunikation gegenüber der Bürgerschaft.