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Bürgerbeteiligung

Bürger planen mit: Wie Ihre Ideen den Stadtkern verändern könnten

Laichingen Lesedauer: 2 min

Laichingen plant die neue Stadtmitte: Bürgerinnen und Bürger prägen das Sanierungskonzept, erste Ergebnisse noch vor den Sommerferien.
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Seit November 2023 ist in Laichingen das Sanierungsgebiet „Innenstadt/Maierhöfe“ definiert. Das Gebiet umfasst alle wesentlichen Bereiche der Innenstadt, darunter den Marktplatz und das Areal östlich der Radstraße inklusive des großen Parkplatzes zwischen Radstraße und Gartenstraße. Dieser als Stadtmitte bezeichnete Bereich soll im Rahmen des Sanierungsprogramms neugestaltet und modernisiert werden. Über das Wie und Was sollen die Laichingerinnen und Laichinger mitentscheiden. Dafür hat die Stadt die „Servicestelle Dialogische Bürgerbeteiligung“ ins Boot geholt. Diese Behörde organisiert und begleitet den ganzen Prozess der Bürgerbeteiligung.

Bürgermeister Klaus Kaufmann erklärt in der jüngsten Gemeinderatssitzung: „Uns ist es sehr wichtig, die Bürger möglichst früh einzubinden.“ Man wolle frühzeitig die Bedürfnisse und Ideen der Bevölkerung für das Areal kennenlernen. Dabei soll unter anderem auch über die Zukunft des derzeitigen Rathauses gesprochen werden, für die es bereits verschiedene Vorschläge gibt. Die Empfehlungen aus der Dialogischen Bürgerbeteiligung sollen in die weitere Planung des Gemeinderates einfließen.

So läuft die Bürgerbeteiligung ab

Daniel Oppold, Referent der Servicestelle Dialogische Bürgerbeteiligung, erklärt, wie das ablaufen soll. Als erster Schritt ist eine „dialogische Themensammlung“ geplant. Unter anderem auch die Fraktionsspitzen aus dem Gemeinderat und weitere Beteiligte sollen sich Mitte April (Kalenderwoche 16) an einem „Runden Tisch“ zusammensetzen und eine Themenlandkarte erstellen. Diese soll als Impulsgeber für die Bürgerwerkstatt fungieren.

Von Mitte April bis Mitte Mai (KW 16 bis 20) besteht für die Bürgerschaft die Möglichkeit der Online-Beteiligung, sie können aber auch direkt vor Ort an der Mitmachtafel ihre Gedanken und Wünsche zur Stadtkernsanierung äußern.

Es folgt eine Bürgerwerkstatt mit rund 30 Teilnehmenden, die zufällig aus dem Einwohnerregister ausgewählt werden. Die Bürgerwerkstatt startet in der Woche vor Pfingsten und sollte bis Ende Juni Ergebnisse vorweisen können.

Diese Ergebnisse sollen dann in der Gemeinderatssitzung vom 6. Juli 2026 öffentlich vorgestellt werden. Daniel Oppold sagt: „So können wir Ihnen noch vor den Sommerferien die ersten Ergebnisse des Prozesses vorstellen.“

Auf Nachfrage aus dem Rat versichert Oppold, dass das Verfahren „kugelsicher“ sei gegen „Angriffe von außen“, es also nicht möglich wäre, dass Interessengruppen die Online-Themensammlung kapern. Man sammle nur die Themen, da sei es unerheblich, ob es 50 Meldungen zu einem Thema gibt oder nur eine.

Die Servicestelle Dialogische Bürgerbeteiligung arbeitet entgeltfrei für Kommunen. Allerdings fallen Kosten für einen zu beauftragenden Beteiligungsdienstleister an. Diese Kosten können aus einem Fördertopf des Landes für Kommunen bis 20.000 Einwohner bis zu einer maximalen Höhe von 30.000 Euro getragen werden.

Die weitgehende Kostenneutralität für die Stadt Laichingen dürfte auch dazu beigetragen haben, dass sich der Gemeinderat mit großer Mehrheit dafür aussprach, die Servicestelle Dialogische Bürgerbeteiligung Baden-Württemberg mit Konzeption und fachlicher Begleitung des Beteiligungsprozesses zu beauftragen.