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Neugestaltung: Das Horten-Areal wird abgerissen – Bürger sollen jetzt mit eingebunden werden

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Wirkt wie aus der Zeit gefallen: das riesige Galeria-Horten-Gebäude in der Bremer Innenstadt.
Wirkt wie aus der Zeit gefallen: das riesige Galeria-Horten-Gebäude in der Bremer Innenstadt. © Brestadt

Ab 2027 beginnt der Abriss des ehemaligen Kaufhauses. Zufällig ausgewählte Bürger werden zu Workshops im April und Mai eingeladen.

Bremen – Über Jahrzehnte prägte das Horten-Kaufhaus mit seiner ikonischen Kachel-Fassade das Stadtbild Bremens. Doch mit dem Wandel der Bremer Innenstadt und dem Rückgang des klassischen Einzelhandels haben große Warenhäuser vielerorts ihre ursprüngliche Bedeutung verloren. 2025, nach Auszug des Möbelhauses, übernahm die Brestadt die Immobilie und entwickelt dort nun einen Ort, der zum Verweilen, Erleben und Leben einlädt. Ziel der Entwicklung ist es, eine nachhaltige und vielseitige Nutzung an diesem Standort zu schaffen, die den veränderten Anforderungen an Innenstädte gerecht wird.

„Hortentasche“ wird zurückgebaut

Nach einer intensiven Prüfphase dreier Varianten (ein Umbau im Bestand, ein Teilrückbau mit Umbau und ergänzenden Neubauelementen und ein gesamter Abriss der bestehenden Immobilie und Neubau) beschloss der Bremer Senat im November 2025, den Weg für einen vollständigen Abriss frei zu machen.

Um neue Wege im Stadtbild zu schaffen und die Entwicklung des benachbarten Parkhauses Mitte sinnvoll anzubinden, wird im ersten Schritt die sogenannte „Hortentasche“ – ein fünfgeschossiger Parkbereich innerhalb der Horten-Immobilie – zurückgebaut. Auch die Überbauung der Kleinen Hundestraße wird entfernt, um neue Raumbezüge zu ermöglichen. Auf der so entstehenden Fläche soll die Grundlage für ein zukunftsweisendes Quartier im Herzen der Bremer Innenstadt entstehen. Geplant ist ein lebendiger Nutzungsmix aus Arbeiten, Wohnen und urbanem Leben. Im Mittelpunkt stehen eine nachhaltige Architektur, hohe Aufenthaltsqualität und eine enge Verbindung zum städtischen Umfeld.

Der Abriss der Kaufhaus-Immobilie soll ab 2027 beginnen; bereits in diesem Jahr sind vorbereitende Maßnahmen geplant. Parallel wurde ein Qualifizierungsverfahren für Architekturbüros gestartet, das vor ein paar Wochen mit der Auswahl von sechs Planungsteams endete.

Brief an 3.000 Bremer Bürger

Auch die Öffentlichkeit soll eng eingebunden werden. Die Bürger sollen bei der Gestaltung von Nutzungen, Grünflächen und Freiräumen mitreden. Dazu hat Brestadt vor wenigen Tagen mit den Unterschriften von Bürgermeister Andreas Bovenschulte und Özlem Ünsal (Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung, beide SPD) an 3.000 Bürger Briefe geschickt. Die Bremer wurden per Zufall ausgewählt, um an der Neugestaltung der Innenstadt mitzuwirken. Ziel sei es, so heißt es in dem Brief, alle Altersklassen von 18 bis 65plus, Geschlechter und Stadtteile zu beteiligen. Schon in der jüngeren Vergangenheit hatte es einen (mittlerweile wieder aufgelösten) Bürgerrat gegeben, der sich mit Möglichkeiten zur Klimaanpassung und zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität an wichtigen Orten der Innenstadt befasst hatte.

Diesmal sind die Bürger zu zwei Workshops im April und Mai eingeladen. Dabei spiele es keine Rolle, ob die Menschen den Bereich rund um das ehemalige Kaufhaus gut kennen. Entscheidend seien „Gedanken und Perspektiven“ zur Innenstadt, heißt es. „Alles, was Sie mitbringen müssen, ist etwas Zeit und Spaß an der Mitwirkung“, so Bovenschulte und Ünsal. Bereits am 9. April sei ein Informationsabend zu dem Thema geplant.

Fest steht bereits jetzt, dass der Neubau ambitionierte Nachhaltigkeitsstandards verfolgen soll: Begrünung von Fassaden und Dächern, Regenwassermanagement nach den Prinzipien der „Schwammstadt“ und ressourcenschonende Baumaterialien wurden explizit als Forderung formuliert.

Im sogenannten freiraumplanerischen Ideenteil sollen zudem Lösungen für die angrenzenden Stadträume entwickelt werden – darunter Papenstraße, Hanseatenhof, Kleine Hundestraße sowie Abschnitte der Knochenhauerstraße und der Lloydpassage – damit die Innenstadt in den 2030er-Jahren wieder ein attraktives Zentrum mit hoher Verweilqualität wird.

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