Thüringer Bürgerrat „Frieden und Diplomatie“

Herzlich Willkommen zur Projektseite des Thüringer Bürgerrats Frieden und Diplomatie!
Im Auftrag der Thüringer Staatskanzlei führt DIALOG BASIS 2026-2027 den landesweiten Bürgerrat Frieden und Diplomatie mit 200 zufällig ausgewählten Personen aus Mittel-, Nord-, Ost- und Südwestthüringen durch.
Auf dieser Seite finden Sie Informationen zu folgenden Themen:
- Ziele und Aufgabe des Bürgerrats
- Wie funktioniert eine Zufallsauswahl?
- Wie kann ich mich am Bürgerrat beteiligen?
- Wie läuft der Bürgerrat ab?
- Wer legt die Themen und Fragen fest?
- Wie werden die Fachpersonen für die Anhörungen ausgewählt?
Wir veröffentlichen transparent und online auf dieser Seite alle Vorträge als Aufzeichnung, Zwischenergebnisse und den Schlussbericht, damit Sie sich selbst ein Bild machen können.
Im Thüringer Regierungsvertrag 2024-2029 „Mut zur Verantwortung. Thüringen nach vorne bringen.“ haben die Regierungsparteien CDU, BSW und SPD vereinbart, Instrumente der Bürgerbeteiligung in Thüringen zu stärken. Ziel hierbei ist auch den leisen Stimmen einen Raum zu geben, die bisher wenig Gehör gefunden haben.
Neben den zentralen Fragen von Frieden und Diplomatie geht es auch um die konkreten Auswirkungen internationaler Konflikte auf den Freistaat Thüringen – das Grüne Herz Deutschlands. Wir möchten wissen, was Ihnen wichtig ist und warum.
Der Bürgerrat ist ein Format der sogenannten dialogischen Bürgerbeteiligung. Er trifft keine politischen Entscheidungen, sondern hat beratende Funktion: Der Bürgerrat diskutiert Fragen und Themen, die aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger wichtig sind. Sie wählen unterschiedliche Fachpersonen für ihre Anhörungen aus, bewerten das Gehörte und formulieren Empfehlungen. Diese werden an die Thüringer Landesregierung übergeben. Die Empfehlungen können sich an das Land, aber auch an andere Akteure wie Kommunen, Verbände oder Vereine, richten.
Im Thüringer Bürgerrat „Frieden und Diplomatie“ werden zufällig ausgewählte Thüringerinnen und Thüringer einbezogen. Die Zufallsauswahl erfolgt über drei Schritte:
Schritt 1: Im ersten Schritt wurden per Zufallsauswahl aus den vier Planungsregionen Thüringens (Mittel-, Nord-, Ost- und Südwestthüringen) insgesamt 36 Kommunen aus verschiedenen Größenkategorien ausgewählt. Pro Region sind es neun Kommunen: Eine große Stadt mit mehr als 30.000, eine mittlere Kommune mit 10.001-30.000, drei eher kleine Kommunen mit 5.001-10.000 und vier kleinere Orte mit bis zu 5000 Einwohnenden. So werden im Bürgerrat Perspektiven sowohl aus städtischen wie auch aus den verschiedenen ländlichen Regionen Thüringens gut einbezogen.

Karte – Die Kommunen in den vier Regionen Thüringens, aus welchen die Bürgerinnen und Bürger zum Bürgerrat eingeladen werden
Schritt 2: Über die Einwohnermeldeämter werden proportional zur Größe der Kommune insgesamt 10.000 Adressen per Zufallsprinzip ermittelt und dann mit offiziellem Brief der Landesregierung angeschrieben. Dies geschieht nach den Bestimmungen des Bundesmeldegesetzes (BMG). Nach dem Einladungsversand werden die Adressdaten unmittelbar ohne Wiederherstellungsmöglichkeit gelöscht.
Schritt 3: Wenn diese angeschriebenen Personen Interesse haben, am Bürgerrat teilzunehmen, können sie sich registrieren lassen. Die Teilnahme ist freiwillig. Aus allen registrierten Personen wird dann der Bürgerrat in jeder Region nach den Kriterien Wohnort, Geschlecht, Altersgruppe, Bildungsstand und Migrationshintergrund wieder per Zufallsauswahl gezogen. Ziel ist es, dass sich die Gruppe in etwa so zusammensetzt, dass sie den statistischen Daten Thüringens entsprechen.
Wenn Sie zufällig ausgewählt und eingeladen wurden, registrieren Sie sich bitte auf der im Anschreiben angegebenen Webseite. Sollten Sie nicht angeschrieben worden sein, können Sie dennoch den Bürgerrat aktiv begleiten:
- Sie können Ihre Themen und Fragen für den Bürgerrat in einer offenen Online-Beteiligung im März-April 2026 eingeben
- Sie können sich die Aufzeichnungen der Vorträge der Fachpersonen ab Juni 2026 anschauen
- Sie können den Bürgerrat über die Webseite der Thüringer Staatskanzlei und über die sozialen Medien verfolgen
- Zusätzlich führt das Meinungsforschungsinstitut INSA-CONSULERE GmbH parallel zum Bürgerrat repräsentative Umfragen in Thüringen durch. In diesem Kontext begleitet eine repräsentative Onlinebefragung mit rund 1.000 Befragten das Projekt. Das Institut INSA-CONSULERE untersucht dabei, welche Themen die Menschen in Thüringen mit Frieden, Diplomatie und Bürgerbeteiligung verbinden und wie der Bürgerrat in der Bevölkerung wahrgenommen wird. Sollten Sie von den Kolleginnen und Kollegen von INSA-CONSULERE kontaktiert werden, nehmen Sie sich gerne etwas Zeit und machen Sie bei den Umfragen mit.
- Auftakt in vier regionalen Bürgerräten: In der ersten Sitzung des Bürgerrates lernen sich die Teilnehmenden kennen. Jeweils 50 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger aus Nord-, Mittel-, Ost- und Südwestthüringen werden zu den Themen der Themenlandkarte (s.u.) Stellung beziehen. Sie wählen für sie wichtige Themen aus. Gemeinsam formulieren die Bürgerinnen und Bürger zentrale Fragen. Die Gruppe wählt im Anschluss passend zu den Fragen „ihre“ Fachpersonen aus, die sie gerne anhören möchten. Die vier regionalen Auftaktsitzungen finden im April 2026 statt.
- Zusammenführung der Ergebnisse: Die zentralen Themen und damit verbundene Fragen sowie die Liste von Fachpersonen aus allen vier Bürgerräten werden zusammengeführt. Wir schauen uns an, welche Themen und Fragen besonders häufig genannt werden, welche inhaltlichen Übereinstimmungen und Unterschiede bestehen und welche Fachpersonen besonders häufig gewünscht sind.
- Landesweite erste Anhörung: Überregionale Expertinnen und Experten, die von vielen Bürgerinnen und Bürgern als wichtig erachtet werden, laden wir zur landesweiten Anhörung im Juni 2026 ein. In dieser Anhörung kommen erstmals alle 200 Teilnehmenden zusammen. Wir tagen im Landtag in Erfurt. Alle Vorträge werden aufgezeichnet und können so in der Öffentlichkeit mit verfolgt werden.
- Vier regionale Vertiefungsworkshops (I): Noch vor der Sommerpause folgen regionale Vertiefungsworkshops. Inhaltlich wird diskutiert, wie sich die Themen rund um Frieden und Diplomatie vor Ort auswirken. Zu den Themen werden regionale, von den Teilnehmenden ausgewählte Fachpersonen wieder angehört. Die Anhörungen finden digital statt.
- Zwischenbericht: Im Herbst 2026 werden die Ergebnisse – zentrale Themen, Fragen und Stellungnahmen der Bürgerinnen und Bürger – in einem Zwischenbericht zusammengefasst. Über die Veröffentlichung wird auf den Webseiten, in der Presse und über Social Media berichtet.
- Vier regionale Vertiefungsworkshops (II): Gleich im neuen Jahr starten wir 2027 mit einer Vertiefungsrunde. In allen vier Bürgerräten arbeiten wir an den überregionalen und regionalen Empfehlungen für den Schlussbericht. Bei Bedarf werden weitere Fachpersonen angehört. Auch hier tagen wir digital.
- Abschlusskonferenz des Bürgerrates: Zum Abschluss werden die Empfehlungen im Sommer 2027 in einer landesweiten Bürgerkonferenz mit allen 200 Teilnehmenden gemeinsam finalisiert. Wir schauen uns Gemeinsamkeiten und Unterschiede an, Bewerten und stimmen die Empfehlungen ab. Es entsteht der Schlussbericht des Thüringer Bürgerrats Frieden und Diplomatie. Die Ergebnisse werden im Herbst 2027 an die das Land Thüringen übergeben und veröffentlicht.

Abbildung – Ablauf des Thüringer Bürgerrates „Frieden und Diplomatie“ im Jahr 2026
Im Rahmen des Bürgerrates werden die Landrätinnen und Landräte sowie die (Ober-) Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der Kommunen einbezogen, aus welchen die Bürgerinnen und Bürger eingeladen werden. Wir möchten gerne wissen, was in den kleinen Orten, mittleren und großen Städten diskutiert wird, wenn es um die Themen Frieden und Diplomatie geht. Was bewegt die Menschen in Thüringen in diesem Themenfeld?
Anhand der Hinweise wird eine Themenlandkarte erarbeitet, die in einem sogenannten Beteiligungsscoping mit Vertretenden aus allen Themenbereichen und gesellschaftlichen Gruppen diskutiert wird. Dies könnten z.B. Friedensbewegung, Militär und Zivilschutz, Stiftungen, Wissenschaft und Forschung, Vereine, Verbände, Verwaltung, zivilgesellschaftliche Gruppen, Feuerwehren und viele weitere sein. Das Beteiligungsscoping gilt als gemeinsame Themensammlung mit den Akteuren. Ziel ist es, eine möglichst große Bandbreite an Perspektiven und Interessen abzubilden. Es entsteht eine Themenlandkarte. Themen werden nur gesammelt, nicht bewertet.
Die Themenlandkarte veröffentlichen wir online. Anschließend kann diese von allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern kommentiert oder ergänzt werden – hier können alle mitmachen. Wir werten die Ergebnisse aus und verdichten nach der Online-Beteiligung die Themenlandkarte. Nun sollten die Themen, die in Thüringen mit Frieden und Diplomatie verbunden sind, in etwa komplett sein. Wir fassen Oberthemen zusammen und sortieren thematisch, damit man sich besser orientieren kann. Auch dieser Schritt wird transparent veröffentlicht.
Die finale Priorisierung und Auswahl der Themen treffen aber die Teilnehmenden des Bürgerrates selbst: In den regionalen Auftaktsitzungen legen die Bürgerinnen und Bürger die Themen eigenständig fest, an welchen sie im Bürgerrat arbeiten möchten.
In den Sitzungen mit den Landrätinnen und Landräten und den (Ober-) Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern sowie im Beteiligungsscoping fragen wir nach, welche Personen und Organisation überregional oder vor Ort mit den Themen des Bürgerrates befasst sind. Aus den Antworten entsteht eine erste Liste an Fachpersonen und Schlüsselakteuren. Diese Liste wird den Teilnehmenden des Bürgerrates in den Auftaktsitzungen vorgelegt: Die Bürgerinnen und Bürger wählen selbst die Personen und Organisationen aus, die sie im Rahmen des Bürgerrates anhören möchten.
