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Mitwirkung

Röbeler Bürgerrat startet: Ideen
für eine lebenswerte Innenstadt gesucht

Röbel will die Einwohner über das neue Gremium besser bei der Gestaltung der Stadt einbinden. 26 Einwohner sind beteiligt und haben ganz eigene Motivation, warum sie mitmachen.

Röbel Lesedauer: 3 min


Veröffentlicht: Uhr

So bunt, wie sich Röbel nach außen als „bunte Stadt am kleinen Meer“ präsentiert, so unterschiedlich waren auch die Menschen, die sich am Donnerstagabend zum ersten Treffen des neuen Bürgerrates im Schulcampus versammelt hatten. 23 der insgesamt 26 Mitglieder waren gekommen – von jungen Erwachsenen bis zu Senioren, einige gebürtige Röbeler, andere erst vor wenigen Jahren zugezogen oder nach Ausbildung und Studium wieder in ihre Heimat zurückgekehrt. Sechs stammen aus den amtsangehörigen Gemeinden.

Im Mittelpunkt des neuen Bürgerrates steht das Thema „Lebenswerte Innenstadt“, das zuvor von den Stadtvertretern als grobe Richtung vorgegeben worden war. Zum Auftakt ging es zunächst darum, sich kennenzulernen und über die eigene Sicht auf die Innenstadt ins Gespräch zu kommen.

Innenstadtbesuche häufig, ÖPNV kaum genutzt

Dabei zeigte sich schnell: Die meisten Teilnehmer halten sich mindestens einmal pro Woche im Zentrum auf – oft zu Fuß oder mit dem Fahrrad, manchmal auch mit dem Auto. Den öffentlichen Nahverkehr nutzen hingegen nur wenige, obwohl das Angebot des kleinen Stadtverkehrs bekannt sei. Besucht werde die Innenstadt vor allem für Arzttermine, Behördengänge oder in den Sommermonaten wegen der gastronomischen Angebote. Auch eingekauft werde dort noch, allerdings werde das zunehmend schwieriger, „wenn alle Läden zu sind“, wie mehrere Teilnehmer kritisch anmerkten.

Bürgermeister Matthias Radtke zeigte sich erfreut über das große Interesse der Einwohner, sich aktiv einzubringen. Insgesamt waren zuvor 260 Bürger nach dem Zufallsprinzip angeschrieben worden. 33 meldeten sich zurück, sieben Interessenten musste schließlich abgesagt werden. „Dass sich mehr Menschen gemeldet haben als benötigt wurden, ist ein wirklich guter Schnitt“, hieß es vom Stadtchef. In anderen Kommunen habe deutlich mehr Aufwand betrieben werden müssen, um ausreichend Teilnehmer zu finden.

Karsten Thorun vom „Haus des Gastes“, Bürgermeister Matthias Radtke und Ordnungsamtsleiterin Marlen Siegmund stellten die Stadtverwaltung und ihre Arbeit vor
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Karsten Thorun vom „Haus des Gastes“, Bürgermeister Matthias Radtke und Ordnungsamtsleiterin Marlen Siegmund stellten die Stadtverwaltung und ihre Arbeit vor (Foto: Miriam Brümmer)

Gemeinsam mit Ordnungsamtsleiterin und stellvertretender Bürgermeisterin Marlen Siegmund sowie Karsten Thorun vom Haus des Gastes gab Radtke einen Überblick über die Entwicklung der Innenstadt. Thematisiert wurden unter anderem das Innenstadtkonzept und der Architektenwettbewerb aus dem Jahr 2000. Während einige Ratsmitglieder sich noch gut an das damalige Kaufhaus erinnern konnten, das einst dort stand, wo sich heute der Bürokomplex des Energieversorgers Edis befindet, waren andere zu dieser Zeit noch gar nicht geboren. Auch die Verkehrssituation in der Innenstadt spielte eine Rolle – ein Thema, das Verwaltung und Politik seit Jahren beschäftigt.

Karsten Thorun stellte den Tourismus als wichtigen Wirtschaftsfaktor für Röbel dar und bat die Vertreter des Bürgerrates, verschiedene Perspektiven mitzudenken. Fragen wie die nach der Anreise oder den Erwartungen der Gäste seien wichtig. Gastronomie, Einkaufsmöglichkeiten, Veranstaltungen, Ruhe und eine gute Anbindung – das, was der Gast sich wünscht, sei ziemlich nahe an dem, was sich auch die Bürger wünschen.

Im weiteren Verlauf sammelten die Mitglieder des Bürgerrates Dinge, die ihnen an Röbel gefallen und auch Themen, bei denen sie Verbesserungsbedarf sehen, als Arbeitsgrundlage für das nächste Treffen. Zudem wurden Fragen an die Verwaltung zusammengetragen, die bis zum nächsten Treffen geklärt werden sollen.

Das Ergebnis des ersten Treffens: Noch überwiegen die Kritikpunkte zur Innenstadt. Das wollen die Mitglieder des Bürgerrates ändern.
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Das Ergebnis des ersten Treffens: Noch überwiegen die Kritikpunkte zur Innenstadt. Das wollen die Mitglieder des Bürgerrates ändern. (Foto: Miriam Brümmer)

Alexander Ambross gehört zu den Teilnehmern des Bürgerrates und lebt seit sechs Jahren in Röbel. Im Vorfeld habe er sich bewusst informiert, welche Aufgaben ein Bürgerrat übernimmt. „Ich möchte mich dafür einsetzen, dass es hier besser wird“, sagte er. Denn auch wenn die Vorschläge des Gremiums nicht verbindlich seien, könne ein Bürgerrat positive Auswirkungen haben.

Rückkehr nach Röbel: Junge Generation will mitgestalten

Eine jüngere Teilnehmerin wollte ihren Namen zwar nicht in der Zeitung lesen, erklärte aber, dass sie in Röbel eine schöne Kindheit und Jugend erlebt habe. Nach dem Studium sei für sie deshalb schnell klar gewesen, dass sie wieder zurückkehren möchte. Nun wolle sie mithelfen, dass auch kommende Generationen die Stadt als lebenswert erleben können. „Es wäre schön, wenn mehr junge Leute wieder zurückziehen. Vielleicht ist das eine Möglichkeit, die junge Generation besser zu vertreten“, sagte sie.