Schleswig-Holstein
Zu voll, zu teuer, zu viele Touristen? Sylt diskutiert über seine Zukunft
Vier Monate lang haben Sylter über die Zukunft des Tourismus diskutiert. Am Mittwoch, 26. August, werden die Ergebnisse vorgestellt – danach beginnt die Ausarbeitung der neuen Strategie.
Vier Monate lang ist auf Sylt darüber diskutiert worden, wie sich der Tourismus auf der Insel künftig entwickeln soll. Nun ist der Beteiligungsprozess zur geplanten Tourismusstrategie abgeschlossen. Die Ergebnisse sollen am Mittwoch, 26. August, von 18 bis 20 Uhr bei einer öffentlichen Veranstaltung im Alten Kursaal in Westerland vorgestellt werden.
Seit dem Frühjahr hatte die Sylt Marketing GmbH (SMG) in mehreren Schritten Anregungen, Kritik und Vorschläge gesammelt. Insgesamt gab es 35 Beteiligungsformate. Dazu gehörten digitale Befragungen und öffentliche Online-Angebote ebenso wie Treffen in den Inselorten. In einer ersten Phase wurden zunächst die wichtigsten Themen und Fragestellungen gesammelt und zu einer Themenlandkarte gebündelt.
Sylt diskutiert über die Entwicklung des Tourismus
Darauf aufbauend ging es in der zweiten Phase stärker ins Detail. In elf Ortsgruppen, acht Fokusgruppen und einer sogenannten Zufallsbürgergruppe wurden Probleme, Chancen und mögliche Ziele für den Tourismus auf Sylt diskutiert. Die Zufallsbürgergruppe bestand aus 33 Personen aus den fünf Inselgemeinden. Sie wurden nach dem Zufallsprinzip ausgewählt und zugleich so zusammengestellt, dass unterschiedliche Altersgruppen, Geschlechter und Bildungsabschlüsse vertreten waren. An drei Terminen erarbeitete die Gruppe Empfehlungen für die weitere Strategie.
Begleitet wurde der gesamte Prozess von einem 26-köpfigen Lenkungskreis. Darin sitzen die Bürgermeister der Insel sowie Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung, Natur- und Umweltschutz, Kultur und Gesellschaft. „Der Beteiligungsprozess hat gezeigt, dass viele Menschen bereit sind, Verantwortung für die Zukunft des Tourismus auf Sylt zu übernehmen“, sagt Dirk Erdmann, Mitglied und Co-Sprecher des Lenkungskreises. Entscheidend sei nun, dass die Ergebnisse tatsächlich in die weitere Ausarbeitung der Strategie einfließen.
Was genau in den vergangenen Monaten erarbeitet wurde, soll nun im Alten Kursaal vorgestellt werden. Eingeladen sind nicht nur Sylter, sondern auch Menschen, die auf der Insel arbeiten, zeitweise hier leben oder Urlaub machen. Vorgesehen ist unter anderem ein sogenannter Gallery Walk: Dabei werden die Ergebnisse der Orts- und Fokusgruppen sowie die Empfehlungen der Zufallsbürgergruppe präsentiert. Besucher können sich die einzelnen Themenstationen ansehen und mit Beteiligten ins Gespräch kommen. Zur besseren Planung bittet die SMG um Anmeldung unter sylt.de/kurs-sylt.
Strategie soll bis Ende 2026 fertig sein
Mit der Abschlussveranstaltung ist das Projekt allerdings noch nicht beendet. Im Gegenteil: Nun beginnt die eigentliche Ausarbeitung der Tourismusstrategie. Die SMG will die gesammelten Anregungen fachlich aufbereiten und daraus ein Gesamtkonzept entwickeln. Unterstützt wird sie dabei weiterhin vom Lenkungskreis und von externen Fachleuten.
Bis Ende 2026 soll die Strategie fertig sein. Anschließend geht sie in die politischen Gremien der Inselgemeinden, die darüber beraten und Beschlüsse fassen sollen. Welche konkreten Maßnahmen daraus am Ende entstehen, steht damit noch nicht fest. Klar ist aber: Die zahlreichen Beiträge aus dem Beteiligungsprozess sollen die Grundlage dafür bilden, welchen Kurs Sylt beim Tourismus in den kommenden Jahren einschlägt.(Dieser Artikel erschien zuerst auf SHZ.de)
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