Ziel und Zweck des Verfahrens:
Entwicklung von Ideen für die zukünftigen Gestaltung des Areals an der Fränkischen Rezat
Überblick über das Verfahren:
Das Wasserwirtschaftsamt der Stadt Ansbach stellt 2028 den Bau des Hochwasserschutzes der Innenstadt fertig. Daran soll sich unmittelbar die Umgestaltung der Rezatauen anschließen. Ziel: das Areal als Freizeitraum zu erschließen. Das Problem: Ein Teil der stadtnahen Parkplätze könnte dem zum Opfer fallen. Der Bürgerrat "Unsere Rezatauen" hat 2025 über die Umgestaltung beraten und Empfehlungen dazu formuliert.
Im Bürgerrat haben sich am 11. Juli 2025 Einwohnerinnen und Einwohner von Ansbach mit der zukünftigen Gestaltung des Areals zwischen Kasernendamm und Theatersteg.an der Fränkischen Rezat auseinandergesetzt. Geleitet wurde das Gremium in der Karlshalle vom Planungsbüro Projekt 4.
Die Zusammensetzung des Bürgerrates erfolgte dabei per Zufallsverfahren. Die Stadt Ansbach hatte 100 Bürgerinnen und Bürger aus dem Melderegister ausgelost und angeschrieben. Bei der Auslosung wurde per geschichtetem Losverfahren darauf geachtet, dass Alter, Geschlecht und Stadtteil entsprechend der Ansbacher Bevölkerungsstruktur im Bürgerrat vertreten waren.
In einem ersten Schritt hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verschiedene Varianten für die zukünftige Gestaltung der Abstellflächen am Rezat- Parkplatz zu bewerten. Diese Gestaltungsvarianten hatte das Planungsbüro Projekt4 nach einer ersten Vorstellung im Oktober 2024 erarbeitet.
Die Bürgerrat-Mitglieder hatten sich zunächst gefragt, wie viele Parkplätze man brauche und wo sie platziert werden sollten. Im zweiten Schritt ging es um die Frage, was man mit dem gewonnenen Raum anstellen will. Letztlich hat der Bürgerrat sich für ein Parkkonzept mit maximal 345 Stellplätzen entschieden, das die Grundlage für die weitere Planung bildete. Aktuell stehen auf dem Rezatparkplatz 535 Stellplätze zur Verfügung.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Losversammlung wollen so viele Parkplätze wie möglich erhalten. Besucherinnen und Besucher sollen sich gut am Fluss aufhalten können. Dafür sollen Sitzplätze am Ufer kommen, mit Trittsteinen soll man zu Fuß die Rezat queren können. An der Riviera ist eine Sitzplattform vorgesehen, die in den Fluss hineinragt. Ein Stadtstrand mit Gastronomie nördlich des Flusses soll helfen, damit die Bürger und Bürgerinnen mehr mit den Studentinnen und Studenten der nahen Hochschule zusammenkommen.
Die Ergebnisse des Bürgerrates wurden am 20. Oktober 2025 zunächst dem Bauausschuss vorgestellt. Am 28. Oktober 2025 folgte eine Vorstellung im Stadtrat.
In der Stadtratssitzung fand von fünf Anträgen zur Zukunft des Rezatparkplatzes keiner eine Mehrheit. Auch der Vorschlag des Bürgerrates wurde abgelehnt.
In der Ratssitzung am 26. November 2025 billigte eine Mehrheit der Ratsmitglieder eine neue Kompromissvariante für das Areal. Das Areal umfasste bisher 524 Parkplätze in den Bereichen Ost (Richtung Schloss), Mitte und West (früher beschrankt). 90 Parkplätze fallen ohnehin weg, da die Bestimmungen heute andere Breiten für die Stellplätze vorschreiben. Der Kompromiss beinhaltet für die Zukunft knapp über 400 Parkplätze.
In Sachen versiegelte Flächen ist die Unterstützung durch zwei Förderprogramme möglich. Da, wo man der Rezat wieder Raum geben will, könnte es für eine mögliche Renaturierung (Wasserwirtschaftsamt) 100 Prozent Förderung geben. Für den städtebaulichen Aufwand
könnte Städtebauförderung fließen: geschätzte 60 Prozent der förderfähigen Kosten.
Grünen-Co-Fraktionschefin Meike Erbguth-Feldner bedauerte, dass das Votum der Variante des Bürgerrates nicht Rechnung trage. Sie repräsentiere „den Bürgerwunsch, verursacht die geringsten Kosten für die Stadt“ und habe den größten Mehrwert für Menschen und Umwelt, hatte ihr Frakionschef-Kollege Oliver Rühl in einem Antrag formuliert.
Ratsmitglied Paul Kupser hätte in der Mitte auf acht Parkplätze verzichtet und im Osten acht zusätzlich geschaffen. Der Vorteil wäre eine freie Sichtfläche gewesen, es wäre „weniger gefährlich“ und „landschaftsarchitektonisch wesentlich schöner“. Er sah mit dem „Übergang von der Ziegenwiese zu der bespielten Fläche“ eine Einheit.
Verbindung zu anderen Beteiligungsprozessen:
Offene Bürgerbeteiligung
Besonderheiten des Verfahrens und sonstige Anmerkungen:
keine Angabe