Ziel und Zweck des Verfahrens:
Ermittlung der Sichtweite der Thüringerinnen und Thüringer auf Frieden und Diplomatie
Überblick über das Verfahren:
In Thüringen wird sich ein landesweiter Bürgerrat mit dem Thema "Frieden und Diplomatie" befassen. Ab April 2026 sollen sich insgesamt 200 Menschen in vier Regionen des Freistaats mit dem Thema beschäftigen.
Geplant ist, dass der Bürgerrat in den vier Regionen mit jeweils 50 Beteiligten arbeitet. Los geht es im April mit vier regionalen Auftaktsitzungen. Für den Sommer 2026 und das Frühjahr 2027 sind zudem zwei vertiefende Workshops pro Region geplant. Im Sommer 2027 endet die Losversammlung mit einer landesweiten Bürgerkonferenz mit allen Bürgerrat-Mitgliedern.
Im Vorfeld des Bürgerrates fand am 26. Februar 2026 ein erstes Arbeitstreffen von Vertreterinnen und Vertretern der Landkreise, Städte und Gemeinden statt. Im Mittelpunkt dieses Treffens stand die Erarbeitung einer Themenlandkarte, die den künftigen Bürgerrat-Mitgliedern als inhaltliche Orientierung dient. Gemeinsam wurden Themen gesammelt, die die Menschen im Freistaat aktuell bewegen. Die Bandbreite reicht von gesellschaftlichem Zusammenhalt über Frieden und Diplomatie bis hin zu Fragen des persönlichen Umfelds.
Debatten versachlichen
"Bürgerräte helfen, Debatten zu versachlichen, Vertrauen in politische Entscheidungen zu stärken und den Zusammenhalt in Thüringen zu fördern", sagte Ministerpräsident Mario Voigt (CDU). "Im Mittelpunkt stehen Fragen von Frieden und Diplomatie, zugleich können auch andere Themen zur Sprache kommen, die die Menschen bewegen", so der Regierungschef. Sein „Brombeer-Bündnis“ aus CDU, BSW und SPD hatte sich in seinem Koalitionsvertrag auf die Bildung von Bürgerräten verständigt.
Nach Angaben der Thüringer Staatskanzlei sei Ziel, "der sonst eher „stillen Mehrheit“ eine Stimme zu geben und einen konstruktiven Dialog in diesem Themenfeld zu ermöglichen". Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer würden eingeladen, gemeinsam Empfehlungen für die Politik und für das Miteinander in Kommunen, Kreisen und Regionen zu erarbeiten. "Im Mittelpunkt steht die Stärkung des Friedens und der Diplomatie auf allen Ebenen unserer Gesellschaft."
10.000 Einladungen
Für die Zusammenstellung des Bürgerrates wurden 36 Städte und Gemeinden unterschiedlicher Größe aus Mittel-, Nord-, Ost- und Südwestthüringen per Zufallsverfahren ermittelt. Aus diesen Kommunen wurden in einem nächsten Schritt rund 10.000 Menschen zufällig ausgewählt und angeschrieben. Die Angeschriebenen konnten sich bis zum 5. März 2026 online, telefonisch oder per Post registrieren. Im März soll die finale Auswahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfolgen.
Organisiert wird die Zufallsauswahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Auftrag der Thüringer Staatskanzlei. Im Dezember 2025 wurde ein Auftrag zur Durchführung, zur wissenschaftlichen Begleitung sowie der Auswahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer vergeben. Die wissenschaftliche Begleitung dient dem Erfassen von Erfahrungen, um diese auch für die Zukunft nutzen zu können.
Diverse Zusammensetzung
Für die Auswahl der Mitglieder, die mindestens 16 Jahre alt sein müssen, wurden die Daten des Thüringer Landesamtes für Statistik genutzt; dabei werden Wohnort, Geschlecht, Altersgruppe, Bildungsstand und Migrationshintergrund berücksichtigt, um eine diverse Besetzung des Rates zu gewährleisten.
Der Bürgerrat wird durch eine repräsentative Onlinebefragung mit rund 1.000 Befragten das Projekt wissenschaftlich begleitet. Das Institut INSA-CONSULERE untersucht dabei, welche Themen die Menschen in Thüringen mit Frieden, Diplomatie und Bürgerbeteiligung verbinden und wie der Bürgerrat in der Bevölkerung wahrgenommen wird.
Ziel des Bürgerrates ist es, dass die Thüringerinnen und Thüringer der Landesregierung ihre Sichtweise auf Frieden und Diplomatie an die Hand geben.
Verbindung zu anderen Beteiligungsprozessen:
keine Angabe
Besonderheiten des Verfahrens und sonstige Anmerkungen:
keine Angabe